Vitamin D

Posted by on Mai 18, 2017 in Allgemein | Keine Kommentare

Das Vitamin D ist in der Medizin wie die Dreierkette im Fußball. Oder wie der Bart des Breitner Paul. Fragst du mehrere Ärzte, sagt dir ein jeder etwas anderes. Das ist im Allgemeinen schon bekannt und im Speziellen sowieso. So uneinheitlich wie beim Vitamin D ist die Meinung der Mediziner aber selten. Vielleicht noch bei der Frage, ob ein Kreuzbandriss nun operiert gehört oder nicht. Ob man Vitamin D substituiert oder nicht, hängt nicht nur vom Vitamin-D-Spiegel ab, sondern vor allem vom Arzt. Glaubt dieser an die aktuell empfohlenen Grenzwerte, wird er im Fall eines Mangels Vitamin D in Form von Tropfen oder Kapseln verordnen. Glaubt er nicht daran, wird er erklären: „Das mit dem Vitamin D ist wie mit dem Spinat, ein Kommafehler in der wissenschaftlichen Untersuchung.“ Wer schon etwas älter ist oder Geschichte gelernt hat, weiß: Es gibt immer wieder neue Trends, und so manche wiederholen sich. Wie der Vollbart. Der Breitner Paul, keine Frage, extrem lässig damit. Der Burgstaller Guido, na ja. Kaum ein hipper junger Mann, der sich nicht den Flaum stehen lässt, manch einem passt das auch noch. Auch in der Medizin gibt es Trends, die sich im Lauf der Zeit entweder als Fehleinschätzung oder als schon da gewesen herausstellen. Cholesterin unter 200 hieß es lange, heute ist das fast egal. Hauptsache das LDL – kurz für: böser Blutfetteunterwert – ist niedrig. Ähnlich verhält es sich mit dem Body-Mass-Index, der interessiert kaum mehr jemanden, das Bauchfett muss gering sein. Der Blutdruck soll einmal höher einmal niedriger sein – je nach momentaner Studien und Marketingtalent der dazugehörigen Mediziner. Im Fußball ist es ähnlich. Die Union Schwand hat immer schon auf eine Viererkette verzichtet und spielt seit Vereinsgründung 1974 mit drei Verteidigern. Gegen Moldawien wurde uns vom ÖFB das Schwandner System als Neuerung vorgestellt. Vielleicht wird uns in den nächsten Jahren der Libero als Innovation verkauft werden. Aber zurück zur Medizin: Das Vitamin D ist aktuell die Dreierabwehr – oder auch der Vollbart – der Medizin. Kein moderner Arzt, der nicht den Vitamin-D-Spiegel bestimmt. Freunde des Trends Jeder weiß, dass Vitamin D gesund ist. Es wird unter der Einwirkung von Sonnenlicht in der Haut gebildet und in der Leber und Niere aktiviert. Es ist gut für die Knochen. Man gibt es Babys, damit sie keine Rachitis bekommen, und Omas, damit die Osteoporose nicht voranschreitet. Bestimmt schadet es auch dem Immunsystem und der Stimmung nicht, ob es da viel hilft, ist zweifelhaft. In welcher Höhe es im Blut vorhanden sein soll, darum streiten sich die Mediziner. Die einen empfehlen Grenzwerte, bei denen nahezu die gesamte Bevölkerung an Vitamin-D-Mangel leidet. Die anderen meinen, alles sei halb so wild. Wer Fisch und Pilze isst, tut seinem Vitamin-D-Haushalt etwas Gutes....

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Die Essstörung im Sport

Posted by on Mrz 31, 2015 in Allgemein | Keine Kommentare

Wenn bei einem Fußballer zu Weihnachten nicht die Gefahr besteht, zu dick zu werden, leidet er vielleicht an der Anorexia athletica. Viele Sportler fasten für den Erfolg und schießen dabei manchmal über das Ziel hinaus. Psychotherapie könnte auch helfen. Zu Weihnachten klagen viele Menschen über eine unerwünschte Gewichtszunahme. Weihnachtsgänse, Kekserl und viele freie Tage schlagen sich auf den Hüften und der Anzeige der Badezimmerwaage nieder. Spätestens zu den Heiligen Drei Königen werden dann Vorsätze zur Mäßigung gefasst. Für manche Sportler ist aber nicht die Völlerei das Problem, sondern die Essstörung Anorexia athletica. Sie wollen durch kontrollierte Gewichtsreduktion ihre Leistungsfähigkeit steigern, wird das übertrieben, kommt es jedoch zum gegenteiligen Effekt. Eine längerfristige negative Energiebilanz hat verschiedene Auswirkungen: Elektrolytstörungen, Haarausfall, Immunschwäche, Konzentrationsschwierigkeiten, Kreislaufprobleme, erhöhte Knochenbrüchigkeit und hormonelle Störungen sind einige der Folgen. Jugendlichen fehlen die Wachstumshormone, und bei Frauen bleibt die Regelblutung aus. Besonders bei Sportarten, in denen ein schlanker Körper oder ein niedriges Körpergewicht von Vorteil sind, kommen Essstörungen vor. Dazu zählen Turnen, Eiskunstlauf, Skispringen und Langstreckenlauf. In den letzten Jahren hat sich aber auch der Fußball zunehmend zum Laufsport entwickelt, kaum ein Spieler darf ein paar Extrakilo mit sich herumtragen. Noch ist die Anorexia athletica zwar nicht das große Thema im Fußball, aber die Essstörung ist schon längst im Breitensport und im Jugendsport angekommen. Studien zufolge müssen sich besonders Mädchen immer wieder von ihren Trainern anhören, dass sie Gewicht reduzieren sollen – eine heikle Angelegenheit. Noch absurder sind Berichte über sadistische Gewichtskontrollen bei Sportlerinnen vor der versammelten Mannschaft. Es ist wichtig, die Sportler, ihre Angehörige und Trainer durch Aufklärungsmaßnahmen für dieses Thema zu sensibilisieren. Auch für die Behandlungsmöglichkeiten wie etwa PSychotherapie. Aber auch die Sportberichterstatter müssen sich an der Nase nehmen. Wenn zum x-ten Mal über die Figur des Arnautovic Marko gelästert und ihm mangelnde Fitness vorgeworfen wird, erzeugt das ein falsches Körperideal. Kein Mensch kann sagen, wie ein Fußballer auszusehen hat. Wer behauptet, der Arnautovic wäre mit fünf Kilo weniger ein besserer Kicker, hat den Sport nicht verstanden. Der Maradona Diego war der beste Fußballer seiner Zeit – wahrscheinlich sogar aller Zeiten – und entsprach nicht dem heutigen Sportlerideal. Auch der Kreuz Willi, der Ailton und der Engelmaier Thomas waren große Fußballer, aber keine Agentur der Welt hätte einen davon für eine Unterhosenwerbung gecastet. Man kann eben nicht nur trotz einer besonderen Figur, sondern auch wegen eines besonderen Körpers sportliche Höchstleistungen bringen. Lassen Sie sich also die Weihnachtsgans und Kekserl schmecken, die Heiligen Drei Könige kommen früh...

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Platzangst

Posted by on Mrz 6, 2015 in Allgemein | Keine Kommentare

Es ist eigentlich ein Missverständnis: Wer im Lift, in der Gondel oder in der U-Bahn panisch reagiert, weil es zu eng wird, hat genau genommen keine Platzangst – obwohl derjenige sagt, in engen Räumen bekomme er Platzangst. Der richtige Ausdruck dafür ist Klaustrophobie, das ist eine Angst vor dem tatsächlichen oder gefühlten Eingesperrtsein. Von Platzangst oder Agoraphobie spricht man bei Befürchtungen, das Haus zu verlassen. Dabei hat man Angst vor großen Plätzen, dem Alleinreisen, öffentlichen Orten oder großen Menschenansammlungen. Letztere waren schon dem Münchner Komiker und Dadaisten Valentin Karl zuwider, wie er bei einem Besuch des Grünwalder Stadions bemerkte, wo er unter Fußballplatzangst litt. Es gibt also Menschen, die können nicht ins Stadion gehen, da sie eine deutliche und anhaltende Furcht vor Menschenansammlungen verspüren. Bei vielen Leuten fällt das aber gar nicht auf, weil sie die unangenehme Situation bewusst vermeiden und den Fußballplatz einfach nicht besuchen. Genug andere Möglichkeiten, Fußball zu konsumieren, stehen inzwischen zur Verfügung: im Fernsehen, früher im Radio und im ballesterer. Das Vermeidungsverhalten macht eine Agoraphobie meist nicht besser. Klar, die Paniksymptome wie Herzrasen, Schwitzen, Mundtrockenheit, Beklemmungsgefühl, Schwindel und die Angst umzukippen treten nicht auf, aber das Fußballmatch kann man dadurch auch nicht vor Ort sehen. Helfen könnte einem dann eine Psychotherapie, aber welcher Fan geht schon gern in eine Psychotherapie? Ärger sind diesbezüglich nur noch die Fußballer selbst. Denn auch diese haben hin und wieder ihre Ängste. Wenn ein Fußballer etwa Angst davor hat, auf den Platz zu laufen und dann seine Leistung nicht abrufen kann, spricht man allerdings nicht von Platzangst sondern von Performanceangst, einer Art Lampenfieber. So ein Lampenfieber ist im Grunde genommen ganz gut. Es erhöht die Anspannung und die Konzentration, der Sportler kommt dadurch besser in die Zone der optimalen Leistungsfähigkeit. Doch zu viel Lampenfieber wird als Angst wahrgenommen und hemmt. Mancher Fußballer hat daher schon seinem Mitspieler zugerufen: „Spiel mich bitte nicht mehr an!“ Doch wer den Ballkontakt vermeidet, wird kein großer Fußballer. Hier wie dort gilt es, sich mit seinen Ängsten auseinanderzusetzen, um Besserung zu ermöglichen. Psychotherapie kann...

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Panikattacke

Posted by on Sep 9, 2014 in Allgemein | Keine Kommentare

Wer eine Panikattacke hat, ist arm. Nicht nur, dass man vor lauter Angst halb in Ohnmacht fällt, sondern man wird meist nicht einmal richtig ernst genommen. Ein Psychiater könnte helfen, aber wer geht schon gerne zum Psychiater? Ein von Panikattacken geplagter Freund des ballesterer und des Fußballs meinte neulich beim Treffen mit dem Team der Notfallambulanz, dass er einmal etwas über die Panikattacke lesen möchte. Hinter seinem Wunsch liege sowohl ein persönliches als auch ein soziales Interesse. Er gehe nämlich davon aus, dass nicht nur er als Zuschauer sondern auch Fußballer an Panikattacken leiden. Da hat er nicht unrecht. Psychische Beschwerden treten bei Spitzensportlern genau so häufig auf wie in der restlichen Bevölkerung – auch wenn landläufig die Meinung vorherrscht, dass Sportler psychisch ganz besonders gesund sein müssten. Der Psychiater und das Weihwasser Wie viele Fußballer genau an Panikattacken leiden, weiß man nicht, psychiatrische Studien sind bei Fußballern nur schwer durchzuführen, denn Kicker scheuen den Psychiater in der Regel wie der Teufel das Weihwasser. Was eine Panikattacke genau ist, beschreibt der ballesterer-Freund ganz typisch: Urplötzlich, ohne Vorankündigung und vollkommen unabhängig von der jeweiligen Situation überfalle ihn eine starke Angst. Dies gehe so weit, dass er glaube, er falle nun augenblicklich tot um oder zumindest in Ohnmacht. Sein Herz rase wie wild, seine Hände würde zittern, er verspüre Schmerzen in der Brust wie bei einem Herzinfarkt, außerdem sei ihm schwindlig. Er ist damit nicht allein, ungefähr 20 Prozent der Menschen erleiden im Laufe ihres Lebens mindestens einmal eine Panikattacke. Treten Panikattacken häufiger auf, spricht man von einer Panikstörung, an der etwa drei Prozent der Menschen erkranken. Sport gegen Panik Da die körperlichen Untersuchungen meist den Befund ergeben, dass alles in Ordnung ist, fühlen sich Menschen mit Panikattacken meist nicht ernst genommen. „Wenn ich zum Arzt gehe, werde ich nur abgeschaselt“, klagt unser Freund. Es ist nach einer allgemeinen körperlichen Durchuntersuchung aber auch nicht nötig, bei jeder Panikattacke die Rettung zu rufen. Denn: Eine Panikattacke überlebt man immer. Auch wenn es sich in dem Moment anders anfühlt. Wichtiger als der Notarzt ist der Psychiater. Dieser kann die Diagnose stellen und eine entsprechende Therapie einleiten. Er entscheidet, ob man ein Medikament braucht oder eine Psychotherapie oder beides. Ein Fußballer geht am besten zu einem Sportpsychiater, dieser hat neben dem psychiatrischen auch sportspezifischen Sachverstand und ist auf solche Fälle spezialisiert. Das Team der Notfallambulanz hat dem sportinteressierten aber leider völlig unsportlichen Freund dann neben einem Psychiaterbesuch auch regelmäßige Bewegung empfohlen, die bei Panikattacken erwiesenermaßen hilft. Worauf der Freund zurückhaltend meinte, er wollte nur etwas darüber lesen und nicht gleich etwas dagegen tun. (Dieser Text ist auch im ballesterer...

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Sportsucht

Posted by on Sep 1, 2014 in Allgemein | Keine Kommentare

Wie nach Zigaretten, Bier und Heroin können Menschen eine Sucht entwickeln Sport zu betreiben. Dafür kommt vor allem der Langstreckenlauf und der Kraftsport in Frage – Fußball eher seltener. Man kann nach allem süchtig werden. Die sogenannten stoffgebundenen Süchte wie Tabletten-, Alkohol-, Heroin-, Kokain- und Nikotinsucht sind wohl bekannt und irgendwie einleuchtend. Die stoffungebundenen Süchte, also Suchtverhalten ohne dafür eine Substanz zu konsumieren sind schon irgendwie unbegreiflicher. Vertreter dieser Kategorie sind Internetsucht und Spielsucht, auch die Sportsucht fällt darunter. Unter der Sportsucht versteht man ein starkes Verlangen oder eine Art Zwang Sport zu betreiben. Der Sport wird auch dann fortgeführt wenn es bereits zu eindeutigen schädlichen Folgen gekommen ist. So beschrieb bei der Sportpsychiatrietagung im September in Berlin Prof. Bär Karl-Jürgen eine Patientin die trotz bekannter Stressfraktur im Mittelfuß weiter ihre täglichen 15-20 Kilometer gelaufen ist. Außerdem kommt es bei der Sportsucht zu einer starken Vernachlässigung von anderen Interessen, der Familie und des Berufs. Die Menschen ordnen dem Sport alles unter. „Der Sport hat völlig die Person übernommen“, so Prof. Bär von der Universitätsklinik Jena. Wird der Sport nicht mehr ausgeübt zeigen sich körperliche Symptome wie Schlafstörungen, Reizbarkeit, aggressives Verhalten oder Unruhe. 1970 wurde die Sportsucht erstmals beschrieben. Es lässt sich zwischen einer primären und einer sekundären Sportsucht unterscheiden. Als sekundär versteht man das Auftreten von sportsüchtigem Verhalten im Rahmen einer anderen Störung. Etwa Menschen die an Magersucht leiden betreiben häufig exzessiv Sport zur Gewichtsreduzierung. Man geht davon aus, dass etwa 3-4% der Gesamtbevölkerung gefährdet ist eine Sportsucht zu entwickeln, diesbezüglich gibt es keine Geschlechtsunterschiede, sehr wohl aber in der Sportart die ausgeübt wird. Während Männer häufig in die Kraftkammer gehen und ihre Muskeln aufbauen, gehen Frauen Langstreckenlaufen. Wie bei anderen Süchten gibt es bis zur Entwicklung einer Abhängigkeit einen Verlauf. Es beginnt mit vermehrter Zuwendung zum Sport, darauf folgt eine Phase in der Sport als schädlich oder gefährdend eingestuft werden kann bis hin zum Kontrollverlust und Zwang Sport zu betreiben. Sportsucht ist ein Begriff der bei vielen recht positiv besetzt ist. Sport ist gesund und wer Sport betreibt schaut auf seine Gesundheit, so die landläufige und sicher richtige Haltung. Freilich kommt es auch beim Sport auf die Dosis an. Patienten die an Sportsucht erkrankt sind, wissen im Gegensatz zum Nikotinabhängigen oder Alkoholabhängigen nicht, dass sie mit ihrem Verhalten dem Körper schaden. Aufklärung ist hier wichtig. Beim Fußballer verhält es sich meist ein bisserl anders. So mancher Kicker vertraut mehr auf seine Technik oder sein Stellungsspiel und vernachlässigt das Laufspiel. Den meisten Kickern hierzulande kann man daher mitgeben, dass ein bisserl mehr Bewegung noch keinem geschadet hat. (Dieser Artikel ist auch im Fußballmagazin ballesterer...

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