Die Spiegelneuronen

Posted by on Feb 8, 2018 in Allgemein | Keine Kommentare

Ihre Entdeckung ist einem Affen zu verdanken, ihre Bedeutung für den Fußball grundlegend. Denn ohne Spiegelneurone ist kein Spiel zu gewinnen, und im Stadion wäre es fad. Gähnen ist ansteckend. Lächeln auch. Wenn einem jemand charmant zulächelt, kann man sich nur schwer dagegen wehren zurückzulächeln. Es sei denn, man heißt Mourinho Jose oder ist auf irgendeine andere Art auf cool oder „Leck mich doch am Arsch“ programmiert. Der Zurücklächeleffekt wird den Spiegelneuronen zugeschrieben. Dabei handelt es sich um Nervenzellen im Gehirn, die beim Beobachten einer Handlung das gleiche Aktivitätsmuster zeigen, wie wenn diese Handlung selbst ausgeführt wird. Lernen durch Nachahmen Entdeckt wurden die Spiegelneuronen in Parma. Der Rizzolatti Giacomo fand 1992 bei Versuchen mit Affen heraus, dass sich in einem bestimmten Hirnareal neuronale Aktivität nachweisen lässt, wenn der Affe die Bewegung ausführt oder sie bei jemand anderem sieht. Es war eine Zufallsentdeckung: So blinkte es im Hirnareal des Affen, als ein Forscher nach einer Nuss griff und der Affe ruhig danebenstand. Ähnlich ist es beim Fußball. Wenn wir als beobachtende Affen, sprich Fans, den Profis bei der Arbeit zusehen, funkt es in unseren motorischen Arealen. Sportpsychologen glauben, dass es durch das bloße Zuschauen eines Fußballspiels schon zu einem Lerneffekt, dem observativen Lernen, kommt. In diesem Sinne profitieren auch junge Kicker davon, wenn Trainer mit feiner Technik die Übungen vorzeigen und erfahrene Mitspieler mit hoher Qualität im Kader stehen. Das System der Spiegelneurone habe auch einen Anteil daran, dass Fans, die selbst Fußball spielen, ein Spiel besser lesen könnten. „Studien haben gezeigt, dass sie während des Spiels die Aktionen besser vorhersagen können“, sagt Valenti Ornella von der Medizinischen Universität Wien. „Dabei feuern die Spiegelneurone mehr als bei anderen, die weniger vom Fußball verstehen.“ Ansteckung mit Freud und Leid Außerdem seien Spiegelneurone auch am Mitfiebern während eines Fußballspiels beteiligt. „Alle Aktionen, die wir bei einem anderen Menschen beobachten, können eine Art ansteckende Wirkung haben“, sagt der Bauer Joachim, ein Neurobiologe von der Universität Freiburg. Denn neben Spiegelneuronen, die auf motorischer Ebene funken, gibt es auch Spiegelneurone, die auf der Ebene des Empfindens Signale abgeben. So ist es zu erklären, dass gute Laune, Begeisterung und Freude ansteckend sind. Es funktioniert aber auch umgekehrt. So spüren wir Schmerz, wenn sich ein Spieler auf dem Feld verletzt. Vielleicht sind die Spiegelneurone auch dafür zuständig, dass wir zu wissen meinen, ob sich ein Spieler nun wirklich verletzt hat oder nur so tut als ob. Durch Spiegelphänomene können wir beobachtete Teile einer Szene zu einer wahrscheinlich zu erwartenden Gesamtsequenz vervollständigen, sagt Bauer. Sie sind also für intuitive Ahnungen verantwortlich. Wie wichtig dieses intuitive Verständnis ist, zeigt sich im Fußball. Die Bewegungen der Mitspieler zu kennen und vorauszuahnen, ist Grundlage eines gelingenden Spiels. Wo das gegenseitige Verständnis...

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Der Pensionsschock

Posted by on Feb 8, 2018 in Allgemein | Keine Kommentare

Zu Weihnachten denkt man auch an die Armen. Viele Profifußballer sind nach dem Ende ihrer Karriere sehr arm, emotional und finanziell. Das Christkind kann dabei nicht helfen, vielleicht aber Aufklärung. Das Christkind wird vielerorts vom Weihnachtsmann in Pension geschickt. Wie es ihm damit geht, weiß keiner. Fußballern geht es nach Ende ihrer Karriere oftmals mies. Dem Ruhm, dem Geld und der Ehre folgen Verarmung, Depressionen und Suchtprobleme. So haben etwa ein Drittel aller Profifußballer zwei Jahre nach dem Ende ihrer aktiven Karriere ihr ganzes Geld durchgebracht. Das sagen Untersuchungen, die im englischen Fußball durchgeführt wurden. In der NFL verhält es sich ähnlich, 50 Prozent der American-Football-Profis sind fünf Jahre nach der Sportlerpension pleite. Die Zahlen hierzulande werden jenen aus England und den USA ähneln. Depressiv, verarmt, einsam Neben den wirtschaftlichen Schwierigkeiten kommt es oft auch zu ausgeprägten psychischen Problemen. Ein Drittel der Sportler reagiert mit Depressionen oder Angststörungen auf das Karriereende. Ein gängiges Mittel, Depressionen und Ängste selbst zu behandeln, ist der Konsum von Alkohol oder Drogen. Das hilft zwar hervorragend für den Moment, erzeugt aber neue Probleme. Außerdem leiden manche Sportler nach der Karriere an chronischen körperlichen Beschwerden, die die Stimmungslage beeinflussen. Wer nun auf die liebevolle und fürsorgliche Unterstützung seiner Partnerin hofft, wird nicht selten enttäuscht. Denn die Spielerfrauen verabschieden sich mitunter recht schnell von ihren Männern. Die Scheidungsrate im ersten Jahr nach der Fußballerpension liegt bei 30 Prozent. Depressiv, verarmt und einsam. Ein trauriges Bild. Wer ist daran schuld? Der Sportler, der Verein oder die Sportpolitik? Keiner oder alle ein bisschen, könnte man sagen. Fehlende Verantwortung In erster Linie hat natürlich der Fußballer die Verantwortung dafür, sein Leben zu meistern und sich auf das Leben nach der Karriere vorzubereiten. Andererseits tragen der Verein und das System Profifußball viel dazu bei, dass Sportlern jede Verantwortung abseits des Platzes abgenommen wird. Wohnungen werden gemietet, Koffer gepackt und Fußballschuhe geputzt. Teamsekretäre kümmern sich um die unangenehme Bürokratie, öffnen und beantworten für die Sportler Briefe von Banken und Versicherungen. Aufgrund des engen Trainings- und Spielplans ist das ganze Jahr durchgetaktet. Dem Spieler wird viel, wahrscheinlich zu viel abgenommen. Der Beruf ist außerdem so identitätsstiftend, dass neben dem Fußballer-Ich kaum andere Facetten des Selbst entwickelt werden. Wozu auch? Mehr Satisfaktion wird ein junger Mensch an kaum einem anderen Ort bekommen als auf dem Fußballplatz, wo ihm tausende Menschen bei der Ausübung der Arbeit zujubeln. Es geht aber nicht nur um Erfolg, sondern auch um die Persönlichkeitsentwicklung. Das gilt es schon während der aktiven Karriere zu berücksichtigen. Sonst gehen nach dem Schlusspfiff nicht nur die Flutlichter, sondern auch die Lebenslichter aus. Das wünschen wir freilich niemandem, schon gar nicht zu Weihnachten. Egal, ob jetzt das Christkind oder der Weihnachtsmann...

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Gesunder Sport

Posted by on Okt 2, 2017 in Allgemein | Keine Kommentare

Trotz allerlei Wehwehs, die dem Fußballspiel innewohnen, ist Fußball gesund. Das behaupten Studien und jeder, der selber spielt. Jeder dritte Sportunfall ereignet sich beim Fußballspielen. Sprunggelenksverletzungen, Knie- und Kopfverletzungen kommen in dieser Rei-henfolge dabei am häufigsten vor. Mit den ersten Frühlingsonnenstrahlen füllen Fußballerinnen und Fußballer jeder Altersstufe die Not-fallambulanzen des Landes. Platzwunden werden genäht und Gipsverbände angelegt. Jeder, der sich schon einmal einen Unterschenkel gebrochen oder ein Kreuzband gerissen hat, verflucht spätestens nach der Diagnoseübermittlung dieses – frei nach Hickersberger Josef – scheiß Spiel. Um es nach einigen Wochen oder Monaten wieder lieben zu lernen. Und das mit Recht. Denn: Fußballspielen ist gesund. Sehr sogar. Glaubt man den Untersuchungen von dänischen Sportwissenschaftern, so hilft Fußball fast jedem: dem übergewichtigen Kind, dem Prostatakrebspatienten, der Frau mit hohem Blutdruck und dem osteoporösen Knochen. Stark und schlank Vor allem aber hilft der Fußball der Kondition – auch im Alter. So konnte gezeigt werden, dass Fußballspielen schnödem Fitnesstraining haushoch überlegen ist. Der Testleiter Krustrup Peter lud dazu untrainierte Herren zwischen dem 63. und 75. Lebensjahr ein. Drei Untersu-chungsgruppen wurden gebildet. Die eine spielte Fußball, die andere ging ins Fitnessstudio, und die dritte tat nichts. Die Fußballgruppe ging als großer Sieger hervor: Ausdauer, Laufleistung und Lungenfunktion nahmen bei den kickenden Senioren messbar zu. Eine Verbesserung des Ruhepuls und der Laktatwerte wurde in beiden Sportgruppen nachgewiesen. Bei den inaktiven Herren tat sich freilich nichts. Krustrup untersuchte außerdem 28 bis dahin untrainierte Männer zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Wieder wurden Gruppen gebildet, wobei die einen Fußball spielten, die anderen joggen gingen, und eine dritte Gruppe erneut nichts tat. Die Untersuchung lief über drei Mona-te und zeigte am Ende ein beeindruckendes Ergebnis. Die Fußballer nahmen 3,5 Kilogramm Fett ab und legten zwei zusätzliche Kilo Muskel-masse zu. Die Jogger verloren zwar auch Fett, nämlich zwei Kilogramm, bauten aber keine neue Muskelmasse auf. Darüber hinaus sank bei beiden Gruppen der Blutdruck, auch der Gleichgewichtssinn und die Blutzuckerwerte verbesserten sich. Bei den gänzlich Inaktiven tat sich wiederum gar nichts. Auch wenn es wie ein Werbeslogan klingen mag: Wer stark und schlank werden will, muss also Fußball spielen. Anstoß zum Reden Fußball zeichnet sich durch den Wechsel zwischen Gehen, Laufen und Sprinten aus. Dazwischen kommen während des Spiels immer wieder kleine Erholungspausen vor. Das alles macht den Fußball für das Training des Herz-Kreislauf-Systems besonders effektiv. Durch das spielerische Element und die Freude am Spiel fällt zudem die Anstrengung nicht so sehr ins Gewicht. Jogger fänden das Training hingegen viel härter, so Studienleiter Krustrup. Für die Psyche des Mannes sei der Fußball außerdem gut geeignet. Denn Männer würden durch den Sport und die Gemeinschaft leichter über ihre Gefühle reden können. Klingt nach Gruppenpsychotherapie. Auch nicht...

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Trauma und Folge

Posted by on Mai 18, 2017 in Allgemein | Keine Kommentare

Wer nach einem Bombenanschlag ein Spiel ansetzt, hat wirklich keine Ahnung. „We care about football“ lautet der Slogan der UEFA. Das ist lächerlich. Einige Tage nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus des BVB am 11. April waren vermehrt Stimmen zu vernehmen, die sagten: „Die Spieler müssen die Bilder so schnell wie möglich aus ihren Köpfen bekommen.“ Richtigerweise wurden Experten engagiert, die dabei helfen sollen. Eine klare Fehlentscheidung war jedoch der Beschluss der UEFA, das Viertelfinalspiel am Tag nach dem Bombenattentat neu anzusetzen. Unfassbar. Unerklärlich. Die Gründe dafür dürften – wie die Gründe, die hinter dem Anschlag steckten – etwas mit Geld zu tun haben. STABILITÄT UND RUHE Als Psychiater hat man einen anderen Zugang. Zunächst und in erster Linie hätte es darum gehen müssen, für die Betroffenen ein sicheres inneres und äußeres Umfeld herzustellen. Ihnen müssen in einer solchen Situation stabile Menschen zur Seite gestellt werden, die Ruhe und Sicherheit ausstrahlen und nicht selbst mitweinen. Das können Freunde, Familienangehörige oder professionelle Helfer sein. Betroffene eines Anschlags müssen auch Sachinformationen über mögliche auftretende psychiatrische Symptome erhalten, damit sie darauf vorbereitet sind und diese als normale Reaktion verstehen können. Typische Anzeichen können Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, depressive Verstimmungen, Ängste, Wut, Ärger und Feindseligkeit sein. Typischerweise zeigen sich die Auswirkungen in wechselnder und gemischter Form. Meist beginnend mit einer Art Betäubung, eingeschränkter Aufmerksamkeit, sozialem Rückzug, starker Trauer, Desorientierung bis hin zu einer unangemessenen und sinnlosen Überaktivität. Besonders in den ersten Stunden bis etwa zwei Tage nach einem traumatischen Ereignis ist mit solchen Symptomen zu rechnen. Daher hätte das Spiel nie und nimmer in diesem Zeitfenster stattfinden dürfen. Ruhe und Abschirmen von der Öffentlichkeit wären angesagt gewesen. TRAUMA UND FOLGEN Im Fall des Dortmunder Anschlags kann man von einem Trauma sprechen. Ein Trauma ist definitionsgemäß ein äußerliches Ereignis mit lebensbedrohlicher Gefährdung der Person. Jedes Trauma führt zu einer Erschütterung des Beteiligten und hat unmittelbare Auswirkungen auf die psychische und körperliche Befindlichkeit. Aber nicht auf jedes Trauma muss eine längerfristige Traumastörung folgen. Die individuelle Verletzlichkeit und die zur Verfügung stehenden Bewältigungsmechanismen bestimmen mit, ob und in welcher Schwere Symptome auftreten. Nicht jeder Mensch, der einen Anschlag miterlebt hat, benötigt therapeutische Hilfe, aber jeder Betroffene muss die Möglichkeit haben, solche Hilfe in Anspruch nehmen zu können. Das dürfte in Dortmund geschehen sein. Von außen betrachtet hat man den Eindruck, dass den Betroffenen professionelle Hilfe zur Verfügung stand. Aber hätte man sich gegen den neuen Spieltermin der UEFA nicht stärker wehren müssen? Ja, hätte man. Freilich geht es nach ausreichender psychischer Stabilisierung darum, wieder zur Normalität zurückfinden. Zu behaupten, die UEFA wollte das mit dem Spieltermin am Tag nach dem Anschlag bezwecken, ist zynisch. Dieser Artikel ist im Fußballmagazin ballesterer...

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Vitamin C

Posted by on Mai 18, 2017 in Allgemein | Keine Kommentare

Wer gut durch die kalte Jahreszeit kommen will, soll Vitamin C zu sich nehmen. Das stimmt grundsätzlich, aber irgendwie auch nicht. Der Panenka Antonin hatte da ein anderes Rezept. Vor knapp 100 Jahren gab es eine beachtete Untersuchung, die empfahl alten Menschen, kein Vitamin C zu geben. Heutzutage werfen sich die Menschen generationenübergreifend Vitaminpräparate in unterschiedlichen Darreichungen ein. Ob Brause, Kapsel, Tablette oder Saft − gemeinsames Ziel ist es, die Gesundheit zu fördern und zu erhalten. Die Präparate suggerieren Vitalität und starke Abwehrkraft. Die Werbung verspricht, dass man durch die Einnahme von zusätzlichen Vitaminen und Spurenelementen etwas für seine Gesundheit tun könne. Besonders gegen Erkältungskrankheiten. Daher biegen sich im Winter die Regale der Apotheken unter der Last der Nahrungsergänzungsmittel. Vitamin C ist fürs Klo Die Gewinnspanne ist bei diesen Produkten für Erzeuger und Verkäufer enorm. Auch Ärzte bieten in ihren Ordinationen diese Produkte an. Das ist erstaunlich, da die Daten den Nutzen von künstlichen Vitaminen im Erkältungsfall nicht belegen. Richtig ist, dass Vitamin C, auch Ascorbinsäure genannt, dem Körper mit der Nahrung zugeführt werden muss, da der Mensch nicht in der Lage ist, es selbst herzustellen. Die Zufuhr muss kontinuierlich erfolgen, da das Vitamin C nicht groß gespeichert werden kann. Bei einem Überangebot verlässt es mit dem Lulu den Körper. Der Großteil des Vitamin C, das Menschen zu sich nehmen, ist also fürs Klo. Auch viele Sportler zeigen eine hohe Bereitschaft, ihre Leistungsfähigkeit mithilfe von Nahrungsergänzungsmittel zu optimieren. Besonders Präparate mit den Vitaminen C und E sind beliebt. Die Mittel, so hoffen die Sportler, sollen ihren Muskelaufbau unterstützen, indem sie schädliche Sauerstoffradikale beseitigen, die beim intensiven Training entstehen. Die Zusammenhänge sind aber komplexer, wie Studien von Wissenschaftlern der Sporthochschule in Oslo zeigen. Bei Sportlern, die ohne die Einnahme von Vitaminpräparaten trainierten, zeigte sich ein stärkerer Trainingseffekt in Bezug auf Muskelaufbau und Ausdauer als bei der Trainingsgruppe, die diese Substanzen künstlich zuführte. Wurst statt Obst? Aber wofür brauchen wir Vitamin C eigentlich? Es ist an vielen Stoffwechselreaktionen wie dem Aufbau von Bindegewebe, Knochen und Knorpeln beteiligt. Es gilt als Antioxidans, hemmt außerdem die Bildung von krebserregenden Nitrosaminen und kann die Eisenaufnahme verbessern. Ascorbinsäure wird zudem häufig in der Lebensmittelverarbeitung eingesetzt. Sie wird Lebensmitteln zugesetzt, um sie haltbar zu machen und ihre ursprüngliche Farbe zu erhalten. In der Salami sorgt das Antioxidationsmittel für die appetitlich rote Farbe, 100 Gramm Salami enthalten etwa bis zu 50 Milligramm Vitamin C. In einem Apfel mit gleichem Gewicht sind etwa zwölf Milligramm enthalten. Der Panenka Antonin hat das offenbar gewusst, er stärkte seine Abwehrkräfte vor den Spielen mit einer Burenwurst. Mit Vitamin C und dem richtigen Effet hat er dann die Freistöße versenkt, dass es eine Freude war. Dem Baric Otto war das damals nur...

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Vitamin D

Posted by on Mai 18, 2017 in Allgemein | Keine Kommentare

Das Vitamin D ist in der Medizin wie die Dreierkette im Fußball. Oder wie der Bart des Breitner Paul. Fragst du mehrere Ärzte, sagt dir ein jeder etwas anderes. Das ist im Allgemeinen schon bekannt und im Speziellen sowieso. So uneinheitlich wie beim Vitamin D ist die Meinung der Mediziner aber selten. Vielleicht noch bei der Frage, ob ein Kreuzbandriss nun operiert gehört oder nicht. Ob man Vitamin D substituiert oder nicht, hängt nicht nur vom Vitamin-D-Spiegel ab, sondern vor allem vom Arzt. Glaubt dieser an die aktuell empfohlenen Grenzwerte, wird er im Fall eines Mangels Vitamin D in Form von Tropfen oder Kapseln verordnen. Glaubt er nicht daran, wird er erklären: „Das mit dem Vitamin D ist wie mit dem Spinat, ein Kommafehler in der wissenschaftlichen Untersuchung.“ Wer schon etwas älter ist oder Geschichte gelernt hat, weiß: Es gibt immer wieder neue Trends, und so manche wiederholen sich. Wie der Vollbart. Der Breitner Paul, keine Frage, extrem lässig damit. Der Burgstaller Guido, na ja. Kaum ein hipper junger Mann, der sich nicht den Flaum stehen lässt, manch einem passt das auch noch. Auch in der Medizin gibt es Trends, die sich im Lauf der Zeit entweder als Fehleinschätzung oder als schon da gewesen herausstellen. Cholesterin unter 200 hieß es lange, heute ist das fast egal. Hauptsache das LDL – kurz für: böser Blutfetteunterwert – ist niedrig. Ähnlich verhält es sich mit dem Body-Mass-Index, der interessiert kaum mehr jemanden, das Bauchfett muss gering sein. Der Blutdruck soll einmal höher einmal niedriger sein – je nach momentaner Studien und Marketingtalent der dazugehörigen Mediziner. Im Fußball ist es ähnlich. Die Union Schwand hat immer schon auf eine Viererkette verzichtet und spielt seit Vereinsgründung 1974 mit drei Verteidigern. Gegen Moldawien wurde uns vom ÖFB das Schwandner System als Neuerung vorgestellt. Vielleicht wird uns in den nächsten Jahren der Libero als Innovation verkauft werden. Aber zurück zur Medizin: Das Vitamin D ist aktuell die Dreierabwehr – oder auch der Vollbart – der Medizin. Kein moderner Arzt, der nicht den Vitamin-D-Spiegel bestimmt. Freunde des Trends Jeder weiß, dass Vitamin D gesund ist. Es wird unter der Einwirkung von Sonnenlicht in der Haut gebildet und in der Leber und Niere aktiviert. Es ist gut für die Knochen. Man gibt es Babys, damit sie keine Rachitis bekommen, und Omas, damit die Osteoporose nicht voranschreitet. Bestimmt schadet es auch dem Immunsystem und der Stimmung nicht, ob es da viel hilft, ist zweifelhaft. In welcher Höhe es im Blut vorhanden sein soll, darum streiten sich die Mediziner. Die einen empfehlen Grenzwerte, bei denen nahezu die gesamte Bevölkerung an Vitamin-D-Mangel leidet. Die anderen meinen, alles sei halb so wild. Wer Fisch und Pilze isst, tut seinem Vitamin-D-Haushalt etwas Gutes....

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